Gewahrsein

Wenn sich mir ein Wort diese Woche besonders deutlich gezeigt und herauskristallisiert hat, dann war es wohl „Gewahrsein“.

Anfangs stolperte ich über diesen, in meinem täglichen Sprachgebrauch etwas vernachlässigten und selten benutzten Ausdruck in einem Buch, welches ich mir in einem spontanen Einfall gegriffen hatte. Mir war aufgefallen, dass ich durch die viele Bildschirmarbeit und die unzähligen Stunden, die ich in den letzten Wochen in der digitalen Welt verbracht hatte, in einen meiner alten Zustände zurückgefallen war, die ich eigentlich schon als überwunden sah!

Eingekesselt in einem Wust aus Gedanken, in denen ich mich bereits wieder in altbekannter Manier drehte wie ein Derwisch um die eigene Achse. Mit dem kleinen Unterschied, dass sich ein Derwisch in Glückseligkeit, in Ekstase dreht, durchdrungen von Leere und Bliss, ich dagegen war in dem Sog der digitalen Magie gefangen, ertappte mich dabei immer weniger auf meinen Körper und mein Herz zu hören. Der Verstand hatte wieder das Kommando übernommen und ich war (mal wieder) nur allzu bereit, diesem immer mehr Raum zu schenken. Das Ergebnis ließ nicht lange auf sich warten…. Unzufriedenheit, Zukunftsängste, der Wunsch einfach „abschalten“, die Verantwortung am liebsten gleich an der Garderobe abgeben zu wollen. Diese Erkenntnis traf mich wie ein Blitz! Das war genau DAS, was mir seit Jahren immer wieder im Weg stand, mich von meiner Kreativität, meiner innersten Schöpferkraft fernhielt! Das ich in einem Anfall von geistigem Höhenflug und Hochmut bereits innerlich als „erledigt“ in die wohlbekannte „Ablage P“ verschoben hatte!

Da wurde ich mir meiner Selbst an diesem Tag das erste Mal gewahr! Ich nahm mich wahr! Sah, dass ich mich aus meiner Mitte entfernt hatte und dringend eine „Einnordung“ brauchte, sprich: Raus aus der Ablenkung und rein in die Ruhe… also Buch gezückt und auf die Couch verkrümelt, um meiner rechten Gehirnhälfte wieder etwas Oberwasser zukommen zu lassen.

Und da kam es nun… fast auf jeder Seite: GEWAHRSEIN… sich seiner selbst Gewahrsein… frei von Wertung – frei von Urteil – frei von emotionalen Anhängseln, die uns selbst die frisch und blitze blank geputzte Brille in Sekundenschnelle mit einem schmierigen, undurchsichtigen Film zu überziehen vermögen.

Und je mehr ich begann, meinen Gedanken in Ruhe zu beobachten, neutral – vergleichbar mit dem Zuschauer im Kino, desto ruhiger wurden meine Gedanken, bis ich sie endlich loslassen konnte… in Liebe loslassen! Sie waren ein Teil von mir, aber JETZT hatten sie hier einfach nichts zu suchen! So wurde es in mir immer ruhiger und fiel mir wieder zunehmend leichter, die Zwischenräume der Gedanken wahrzunehmen. Vergleichbar mit den Zwischenräumen des Atems. Ein – Stopp – Aus – Stopp – Ein – Stopp… Ihr kennt das…

Und mit jedem STOPP zwischen den Gedanken, dieser kleinen Auszeit für das Ego, stellte sich dieses wunderbare Glücksgefühl ein, dieses Vibrieren, das Dich aus der Tiefe Deines Herzens erfüllt, das Dich in einen Zustand versetzt, als könntest Du jede Zelle Deines Körpers spüren, schmecken, hören, sehen oder riechen!  Diese tiefe Empfinden, „Zuhause“ angekommen zu sein.  Zeitlos schwebend, losgelöst von der Matrix, in der wir uns Tag für Tag bewegen, die wir meistens als unsere „einzige Realität“ erachten und uns somit selber mit einer Art „elektrischen Weidezaun“ umgeben, der uns vom Entdecken neuer Welten abhält.

Dieses STOPP, anfangs vielleicht nur ein kleiner Spalt, lässt sich erweitern. Vergleichbar einem Muskel, von dessen Existenz Du bislang noch nicht einmal etwas geahnt hattest, den Du jedoch durch ein wenig Training immer mehr aufbauen und stärken kannst, auch wenn die ersten Schritte mitunter etwas holperig sein mögen. Jeder, der einmal mit dem Golfen angefangen hat, kennt das nur zu gut, aber das ist ein anderes Thema…

Und so begann ich, mir meines Gewahrseins gewahr zu werden!

Nicht, dass mir das Ganze jetzt völlig neu über die Füße gelaufen wäre, ich meditiere seit vielen Jahren… mal mehr, mal weniger… auch dieses Gefühl war mir nicht unbekannt. Was für mich die Essenz aus dieser Erfahrung darstellt, ist die bewusste Wahrnehmung des Beobachters, beim Beobachten der Zwischenräume seiner eigenen Gedanken! Hui! Hört sich jetzt ganz schön kompliziert an, wenn nicht gar paradox!

Aber wenn ich sage, dass ich mir selbst ein Stückchen bewusster geworden bin, dann trifft das zwar auch zu, aber die Essenz, die Dimension ist eine völlig andere!

Ich bin nun dazu übergegangen, meine Gedanken an meine Ziele zu knüpfen und nicht mehr zu versuchen, sie an alte Emotionen oder Erinnerungen zu binden! Dort nützen sie mir nichts mehr!

Alles was ich dazu brauche ist ein wenig Aufmerksamkeit mir selbst gegenüber, ein kleiner Schuss Selbstliebe hilft dabei ganz ungemein und die Bereitschaft, mein Leben SELBST zu steuern! Hier und jetzt, in jedem einzelnen Augenblick! Einfach auch mal zu sagen: STOPP! Auszeit! Break! Und wenn es nur für fünf Minuten ist, aber das langt, um wieder mit mir, mit meinem Herzen Kontakt aufzunehmen, um meiner wieder gewahr zu werden!

Denn nur, wenn wir unserer selbst gewahr sind, sind wir auch wahr! Alles andere ist Fiktion, eine riesengroße 4D Simulation, die uns auffrisst und uns unserer Seelen entreißt!

Ich übe nun dieses Gewahrsein. Tag für Tag, immer wenn ich daran denke…

Tiefer Frieden erfüllt mich nun, ich spüre, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Bereit für neue Abenteuer, offen für das Leben, mit Freude zur Veränderung und Wandel.

Ich habe nur dieses eine Leben (jetzt) und es wird Zeit, dass ich endlich meine inneren Tore öffne und Gewahrsein in Fülle hereinströmen lasse!

Ich wünsche Euch einen gesegneten Sonntag voll des eigenen Gewahrseins, des Friedens und des Lauschens auf Eure innere Stimme!

Namasté

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One Reply to “Gewahrsein”

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